Der Nebel besitzt die physische Eigenschaft, sich im Raum gleichmäßig zu verteilen. Durch die extrem feine Tröpfchenaufbereitung kommt es zu keinen großen Wirkstoffansammlungen. Tropfenbildung auf allen Flächen incl. Einbauten, Maschinen, Pflanzen (Gewächshaus) etc. und somit auch Abtropfverluste sind dadurch ausgeschlossen. Eine volle Nutzung des applizierten und sich abgelagerten Wirkstoffes ist gewährleistet.
Die gleichmäßige Verteilung des Nebels lässt aufgrund seiner relativen Trockenheit im Vergleich zu großtropfigen Applikationsverfahren keine Übernässung der behandelten Objekte zu. So werden die, bei großen Tropfen bekannte Fleckenbildungen, unterbunden. Ein weiterer daraus resultierender Vorteil liegt in der gleichmäßigen Abbauzeit des des feinen Wirkstoffbelages.
Es wurde bereits deutlich gemacht, in welchem Maß die Menge des Trägerstoffes sich auf die Behandlungszeit und damit auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt. Bei der Gegenüberstellung der Aufwandmengen beim Sprüh- und Nebelverfahren ergibt sich eine Einsparung von 98 % und mehr zugunsten des Nebels.
Grafik oben: Bereitstellung des Trägerstoffes für ein Nebelgerät (ca. 10 l / ha) und ein Motorsprühgerät (ca. 600 l / ha)
Neben dem Aspekt der Ausbringzeit spielt auch die Zeit für Transport und Bereitstellung der Trägerflüssigkeit eine große Rolle. Je nach Verfügbarkeit wird der Zeitverlust durch die Rüstzeit mehr oder weniger stark beeinflusst. In Gebieten, in denen Wasser knapp ist, kann man dieses durch das Nebelverfahren im beträchtlichen Umfang einsparen und anderen Zwecken, wie beispielsweise der Bewässerung, zuführen.
Eng gekoppelt mit dem geringen Trägerstoffaufwand beim Nebelverfahren ist auch der sparsame Energieverbrauch. Bei der Ausbringung von 10 Litern Nebellösung in 50 Minuten braucht man nur ca. 1 Liter Benzin. Bei der Ausbringung von 600 Litern Spritzbrühe in beispielsweise 7,5 Stunden werden jedoch mindestens 9 Liter Kraftstoff benötigt. Analog ist die Energieeinsparung wenn elektrisch betriebene Geräte verglichen werden.
Grafik oben: Kraftstoffverbrauch beim Nebeln und Sprühen
Mit einem Thermalnebelgerät kann gegenüber dem konventionellen Sprühverfahren ca. 90% der Arbeitszeit eingespart werden.
Durch die selbstständige Nebelverteilung kann man großräumig arbeiten, während beim Sprühverfahren eine Individualbehandlung notwendig ist.
Infolge der geringeren Ausbringmenge fällt unnötiger Zeitaufwand durch wiederholtes Befüllen weg.
Dies wird besonders deutlich in der Plantagenwirtschaft, wo man im Sprühverfahren ca. 600 l/ha und mehr mit einem Motorrückensprühgerät ausbringen muss.
Ein Wirkstofftank mit einem Fassungsvermögen von 10 l muss also 60 mal befüllt werden. Außerdem verliert der Anwender
sehr viel Zeit, indem er mit dem leeren Gerät zur Füllstation und mit dem wiederbefüllten Gerät zum Arbeitsplatz zurückkehren muss.
Zum Beispiel bei 600-Liter-Spritzgeräten entfallen 60 Befüllungen - es werden nur einmalig 600 Liter befüllt.
Grafik oben: Zeitvergleich zur Behandlung von einem Hektar zwischen einem Nebelgerät und einem Motorsprühgerät
Die Chemiefirmen bieten Ihre Präparate in den verschiedensten Formulierungen an. Zu den wichtigsten Formulierungen zählen:
Für das Nebelverfahren können in der Regel alle angebotenen Formulierungen verwendet werden.
In Bezug auf Tropfenaufbereitung und Sichtbarkeit lassen sich Mischungen auf
Ölbasis am besten
vernebeln.
Mischungen auf Wasserbasis unterscheiden sich dahingehend, dass die Sichtbarkeit des Nebels herabgesetzt ist und sich das Tropfenspektrum
etwas vergrößert. Durch die Wahl einer kleineren Düse kann man dies jedoch ausgleichen.
Die Sichtbarkeit des Nebels ist nicht ausschlaggebend für dessen Wirksamkeit.
Die Berechnung der benötigten Präparatmenge pro Flächen- bzw. Raumeinheit erfolgt in Anlehnung an die Aufwandmengen oder Konzentrationsangaben
der Herstellerfirmen für das Sprüh-/Spritzverfahren.*
Die Praxis mit Nebelgeräten zeigt, dass erfahrene Anwender auch mit weniger Präparatmengen auskommen.*
*siehe auch Artikel BE.GA-Nebeltechnologie INFO HIER
Die Trägerstoffe beeinflussen durch ihre unterschiedlichen Flüssigkeits-Eigenschaften die Tropfenaufbereitung und die Sichtbarkeit des Nebels. Als Trägerstoffe kommen in Frage:
Vor dem Ansetzen der Nebelmischung sollte zuerst geprüft werden, ob sich das Präparat mit dem Trägerstoff mischt.
Die Testmischung, bestehend aus Trägerstoff und Präparat , muss eine gut flüssige
Lösung, Emulsion oder Suspension ergeben, die stabil bleibt und sich nicht in kurzer Zeit trennt.
Besonders bei der Verwendung pulverförmiger Präparate ist auf das Ansetzen einer homogenen Nebelmischung zu achten.
Spezielle Nebellösungen werden unverdünnt (ohne Trägerstoff) ausgebracht.
Grafik oben: Mischbarkeitsprüfung von Präparat und Trägerstoff
Die Mittel werden von der chemischen Industrie mit einer Vielzahl von Wirkstoffen hergestellt und in den unterschiedlichsten
Formulierungen angeboten.
Somit ergeben sich zwischen den einzelnen Mitteln unterschiedliche Lösungs- und Mischbarkeitsverhalten.
Grundsätzlich können für öllösliche Mittel nur ölige Trägerstoffe und für wasserlösliche nur nur wässrige Trägerstoffe verwendet werden.
Unter Verwendung geeigneter Emulgatoren lassen sich auch öllösliche Mittel mit wässrigen Trägerstoffen
bzw. wässrige Mittel mit öllöslichen Trägerstoffen mischen.
Stehen für eine Anwendung verschiedene Mittel zur Verfügung, ist zu empfehlen eine Formulierung mit gutem
Lösungs- bzw. Mischbarkeitsverhalten im Interesse einer optimalen Vernebelung vorzuziehen.
Grafik oben: Mischungen von Mittel und Trägerstoff
| BE.GA Beratung Rufen Sie uns an! 0 53 22 - 905 40 44 |
| ... oder schreiben Sie uns eine E-Mail: drwilfriedbenn@be-ga.de |